ERP-Anbindung in der Praxis
Eine ERP-Anbindung verbindet den Onlineshop mit der Warenwirtschaft des Unternehmens: Artikeldaten, Bestände, Preise und Aufträge fließen automatisch zwischen den Systemen, statt von Hand gepflegt zu werden. Für ein Multi-Channel-Unternehmen wie Rimpler Cosmetics ist das die Voraussetzung dafür, dass stationärer Vertrieb, B2B-Shop und B2C-Shop mit denselben Daten arbeiten.
Wir haben die Lösung dafür nicht fertig vom Reißbrett aufgesetzt, sondern gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet. Das ist der entscheidende Unterschied: Eine Schnittstelle, die an den tatsächlichen Abläufen im Unternehmen vorbeigeplant wird, erzeugt im Betrieb genau die Handarbeit, die sie eigentlich abschaffen sollte.
Drei Fragen, die vor jeder ERP-Anbindung geklärt sein müssen
- Welches System führt welche Daten? Pro Datenart – Artikel, Bestände, Preise, Kunden, Aufträge – braucht es genau ein führendes System. Ist die Datenhoheit unklar, überschreiben sich Shop und ERP gegenseitig.
- Wie verhalten sich B2B- und B2C-Preise zueinander? Partnerkonditionen und Endkundenpreise folgen unterschiedlichen Logiken. Die Schnittstelle muss beide sauber trennen, ohne die Pflege zu verdoppeln.
- Was passiert bei Störungen? Eine gute Anbindung definiert, wie sich der Shop verhält, wenn das ERP nicht erreichbar ist – damit der Verkauf weiterläuft und keine Aufträge verloren gehen.
Wie wir solche Integrationen grundsätzlich angehen, beschreiben wir auf unserer Seite zu ERP-, PIM- und CRM-Schnittstellen für Magento 2.
Markenrelaunch im laufenden Betrieb
Neben den regelmäßigen Erweiterungen der Shops setzen wir mit Rimpler Cosmetics auch Großprojekte um – etwa den Markenrelaunch. Ein Relaunch dieser Art betrifft Design, Inhalte und Shop-Strukturen gleichzeitig, während das Tagesgeschäft weiterläuft. Damit das funktioniert, wird das Großprojekt in dieselben wöchentlichen Sprints eingeplant wie die laufende Weiterentwicklung: in klar geschnittenen Etappen, mit regelmäßigen Abstimmungen, statt als riskanter Big Bang am Stichtag.
Ständige Weiterentwicklung in wöchentlichen Sprints
Ständige Weiterentwicklung heißt bei uns: Die vereinbarten Aufgaben werden in wöchentlichen Sprints geplant, umgesetzt und zeitgerecht ausgeliefert. Der Kunde hat einen gut erreichbaren Ansprechpartner, regelmäßige Abstimmungen halten beide Seiten auf demselben Stand – Kommunikation auf Augenhöhe statt Ticket-Pingpong. Dieses Modell bieten wir auch über das Projektgeschäft hinaus an, als Wartung und Support für Magento-2-Shops.
Typische Stolpersteine bei Multi-Channel-Projekten
Aus unserer Erfahrung mit B2B-plus-B2C-Setups scheitern Multi-Channel-Projekte selten an der Technik – sondern an diesen Punkten:
- B2B-Logik in den B2C-Shop gequetscht. Partnerkonditionen, Staffelpreise und Freigabeprozesse brauchen eigene Strecken, sonst leidet die Endkunden-Experience.
- ERP-Anbindung als einmaliges Projekt verstanden. Schnittstellen leben: Neue Sortimente, neue Märkte und neue Prozesse erfordern laufende Anpassung.
- Internationale Shops als Kopie des deutschen Shops. Mehrere Märkte auf einer Plattform funktionieren nur, wenn Sortimente, Preise und Inhalte je Markt steuerbar bleiben.
- Kein fester Ansprechpartner. Multi-Channel-Setups sind zu individuell für anonyme Ticketsysteme – ohne Kontext-Wissen über die System-Infrastruktur wird jede Anpassung teuer.