Arbeitszeitmodelle bei Wamoco

  • 11. März 2022
  • Sarah Fox
  • 5 min read

Anlässlich des Weltfrauentages am 08.03. wurde in dieser Woche wieder viel über die Vereinbarkeit von Job und Familie gesprochen. Doch allein Reden hilft nicht: Lösungen müssen her, Stereotypen gebrochen und neue Ansätze erprobt werden, denn es sind immer noch hauptsächlich Frauen, die vor der Herausforderung stehen Beruf und Familienleben vereinbaren zu können.

Die IT-Branche bietet bereits viele Möglichkeiten an. Eine Theorie dazu ist, dass der Fachkräftemangel zu kreativen Lösungsansätzen führte und auch die Pandemie dazu beigetragen hat, dass Arbeits(zeit)modelle flexibler gedacht werden. Unsere Branche bietet einen weiteren klaren Vorteil, da die Gehälter hier oft besser sind als in anderen Branchen. Hinzu kommt, dass Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen wachsen u.a. auch weil gender bias in der Programmierung bereits länger als Problem bekannt ist (siehe z.B. eine Studie der NCSU von 2017 https://news.ncsu.edu/2017/05/gender-bias-in-programming-2017/).

Wamoco engagiert sich mit viel Herzblut für das Avanja-Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Frauen in der IT zu etablieren und eben diese Themen zusammen mit aufgearbeiteten Fakten, Zahlen und Hilfestellungen in die Unternehmen bringen will. Da kommt es schon mal vor, dass man bei der Arbeit am Avanja-Projekt liest, dass es einer Studie zufolge noch 112 Jahre dauern wird, bis die gender pay gap geschlossen sein wird und dies dann beim gemeinsamen Mittagsessen diskutiert wird.

Eine Diskussion drehte sich anlässlich des Weltfrauentages 2022 bei uns darum, was wir noch besser machen könnten, um die Vereinbarkeit von Familie und Job zu verbessern und so mehr Frauen, aber auch Alleinerziehende zu unterstützen.

Hierzu hat unser Geschäftsführer Christian von Gostomski folgende Ansätze:

„Vielen Dank für deine Einleitung. Familie und Freunde sind ein wesentlicher Bestandteil von Wamoco- Thomas und Bernhard haben sich auf der Arbeit kennengelernt und ohne das daraus gewachsene familiäre Verhältnis wären wir heute nicht dort, wo wir sind.

Von Anfang an hatten wir mit Patrycja eine Teilzeitkraft mit an Bord und die klassische Trennung von Büro und Familie war für uns kein Thema. Wenn die Kleine krank wird, dann liegen eben Arzttermine an und dann müssen die auch mal spontan eingeschoben werden und dann ist ganz klar, dass man Zuhause beim Kind bleibt. Wenn die KiTa gestreikt hat, dann kam Patrycjas Tochter zu uns ins Büro und wurde ein Teil des Wamoco-Teams.

Als das Team dann gewachsen ist, kamen auch mehr und mehr Notfalltermine mit den Stubentigern dazwischen- da gab es dann auch gar keine Diskussion. Family first! Egal, ob Fell-Family, Eltern, Geschwister oder Partner…“

Teilzeitmodelle bei Wamoco:

„Wie anfangs erwähnt, für uns war gerade das Thema Teilzeit ein Modell, ohne welches wir gar nicht hätten starten können. Patrycja hat sich nach der Elternzeit zurück in den Job begeben- da waren 25 Stunden zwischen Arbeit, KiTa und Haus schon viel. Jetzt nach Ihrer zweiten Elternzeit haben wir das ganze sogar auf nur einen Tag vor Ort reduziert und die restliche Zeit arbeitet und kommuniziert sie aus dem Home Office heraus. Das war auch ohne die Corona-Thematik immer ein machbarer Weg für uns.

Gibt es weitere Arbeitszeitmodelle bei Wamoco?

„Es gibt mittlerweile so viele verschiedene Begriffe für ein und dasselbe Thema:

Jede/r kann, darf und soll auch da arbeiten, wo man die beste Leistung aus sich herausholen kann. Als Firma mit Fokus auf die Weiterbildung unserer Mitarbeiter*innen ist dies aktuell gerade bei Junioren oder neuen Themenbereichen weiterhin das Büro. Viele von uns wechseln jedoch auch unterhalb der Woche mal ins HomeOffice oder machen einen halben Tag im Office, dann einen privaten Termin und später gehts‘ im HomeOffice weiter. Wir hatten auch einen Kollegen, der jeweils erst ab 11 Uhr arbeiten konnte- mit einigen Anpassungen konnten wir dies super in unseren Ablauf integrieren und so sehr erfolgreich gemeinsam arbeiten. Kurzum: Die besten Ergebnisse erzielt jede*r, wenn er sich wohlfühlt. Ich persönlich habe schon 7 Wochen lang aus Malaga gearbeitet, da ein Go-Live-Termin mit dem Kunden dies erfordert hat. Ob ich es wieder machen würde?-Vermutlich. Aber dauerhaft?- Dafür schätze ich den persönlichen Austausch im Team zu hoch ein, als dass ich dauerhaft im Ausland sitzen möchte. Aber Home Offfice aus Berlin, München oder Frankfurt heraus? Immer! Die notwendigen Präsenztermine kann man mit gutem Vorlauf einplanen.“

Wo siehts du aktuell noch Bedarf in der Wirtschaft zum umdenken und anpassen?

„Ich glaube, dass wir gerade zwischen der Forming, Storming und Norming Phase sind, um mal das Phasenmodell einzubeziehen. In der ganzen Corona-bedingten Thematik haben sich neue Strukturen geformt, welche zum Teil gut und teils nicht so gut aufgenommen wurden. Jetzt herrscht ein bisschen die Storming Phase, wo jede*r versucht das Beste für sich rauszunehmen (Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber). Sobald wir die Norming Phase durchquert haben und alle gewisse Freiheiten und Bedingungen in ihre DNA übernommen haben, werden wir gesamtheitlich als Wirtschaft auch wieder performen.

Für Arbeitgeber gilt: Weg von unbeweglichen Strukturen, „wir machen das schon immer so“ ist nicht erst seit Corona der Tod für jedes Unternehmen. Wir müssen den Menschen wieder mehr zuhören, auf die neuen Umstände eingehen und uns selber neu erfinden.

Für Arbeitnehmer gilt aber auch, dass Cherry Picking zwar nett ist, aber Spielregeln auch zum (Arbeits-)Leben dazugehören. Freiheiten nehmen aber dafür auch Kommunikationsregeln einhalten. Dann sind wir alle auf Augenhöhe und keine Seite fühlt sich benachteiligt.