Kennt ihr schon…?

  • 14. Februar 2022
  • Sarah Fox
  • 6 min read

Hamid Ghassemi, Praktikant

Hamid Ghassemi befindet sich aktuell in der Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei cbm Bremen und war seit September bei uns im Praktikum. Nach einer Unterbrechung zur Prüfungsvorbereitung, kehrt er ab Ende Februar wieder zurück in seine zweite Praktikumsphase, um sein IHK-Abschlussprojekt in unserem Haus durchzuführen.

Lieber Hamid, erzähl doch mal, was du vorher gemacht hast.

„Ich komme aus dem Iran und habe dort Jura studiert. Mein Ziel war es Rechtsanwalt zu werden. Ich fand vieles spannend: Kriminalrecht aber auch Erb- und Grundstücksrecht. Ich habe meinen Bachelorabschluss gemacht und dann hab ich erstmal gearbeitet. Im Iran muss man entweder weiter studieren oder 2 Jahre nach dem Studium zur Armee. Also musste ich neben der Arbeit gucken, was für ein Masterstudiengang für mich infrage kommt.“

Bereits damals kam Hamid die Idee, sein Glück vielleicht im Ausland zu suchen. Ob Europa oder Kanada war aber noch nicht entschieden. Eines Abends rief ihn seine Schwester an und bat ihn zu ihr nach Deutschland zu kommen.

„Also Ziel gesetzt und los. 2015 hab ich mich auf den Weg gemacht und 2016 in Deutschland angekommen. Ich kam direkt nach Bremen. Weil es aber so viele Flüchtlinge gab, hat es 8 Monate gedauert, bis ich einen A1-Kurs machen konnte. Als ich dann die Gelegenheit hatte, habe ich komplett ohne Pause bis C1-Niveau weitergemacht. Ich wollte studieren, aber mein Zertifikat wurde nicht anerkannt [aus dem Iran].“

Und wie bist du dann auf die Umschulung gekommen?

„Recherche. Erst habe ich Richtung Handwerk geguckt aber Bekannte aus dem IT-Bereich rieten mir mich mal in der Branche nach Möglichkeiten umzusehen. Ich hatte dann die Idee, einen Erprobungskurs zu machen und war bei cbm im Kurs „Einstieg in die Webprogrammierung“. Also erst 6 Monate Weiterbildung und im Anschluss direkt in die Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung, weil mir die Programmierung so viel Spaß gemacht hat.“

Als dann die Praktikumsplatzsuche begann, startete Hamid erstmal mit einer gründlichen Recherche und erstellte eine Excel-Tabelle, um zu dokumentieren, wann er sich wo bei wem beworben hatte.

„Manche Gespräche waren sehr nett, aber manche leider nicht. Das war echt stressig und sehr schwierig für mich. Es ist echt viel Druck, wenn die Anderen schon was haben. Man denkt dann `Puh!- Ich will diese Gedanken nicht haben. Ich muss mich auf den Unterricht konzentrieren. ´ Was mir dann sehr geholfen hat, war das Telefonieren zu üben, Fragen und Antworten zu trainieren und Fragelisten durchzugehen [z.B.: https://karrierebibel.de/vorstellungsgesprach-fragen/]. Erst ist es Stress, dann übt man und am Ende wird es normal und man kann ganz locker reden.“

Und wie bist du dann auf Wamoco aufmerksam geworden?

„Ich habe einen Tipp von cbm bekommen und dann ein bisschen recherchiert. Ich wollte gerne mit PHP arbeiten und der Online-Shop-Bereich klang interessant. Ich mag Frontend-Aufgaben und im eCommerce kann man richtig kreativ werden.“

Wie war denn dein Vorstellungsgespräch bei Wamoco?

„2 oder 3 Tage nach dem Telefonat kam schon die Einladung. Anfang der Woche telefoniert und schon am Ende der Woche hatte ich einen Termin für ein Teams-Meeting mit Christian und Bernhard. Das war ein sehr nettes Gespräch. Christian fragte organisatorische Sachen zum Umfang des Praktikums und zum Projekt und Bernhard stellte fachliche Fragen. Ich hatte dann schnell eine E-Mail mit einer Rückmeldung.“

Und wie war dein erster Tag bei Wamoco?

„Ich dachte erstmal `Oh!- Schöne Räume… tolle Büros.´ Ich hab mir ganz genau das Verhalten von allen angeguckt, weil mir die Atmosphäre wichtig war. Man ist ja mehrere Monate da. Alle waren wirklich sehr nett. Ich war gespannt darauf nach langer Zeit in der Umschulung endlich was anderes zu machen und es ging auch gleich mit der Einarbeitung los. Ich hab mich da gleich wohlgefühlt.“

Was sind deine Tätigkeiten im Praktikum?

„Ich habe viel über Bitbucket, Arbeit im Ticketsystem und natürlich über Magento gelernt. Ich habe das Magento 2-Handbuch [Autor: Carsten Stech] zur Einarbeitung genutzt. Danach gab es täglich Aufgaben von Bernhard- damit mir auch ja nicht langweilig wird. *lacht* Da kamen dann auch interessante Lösungen. *grinst*. Zwei Wochen lang hatte ich ein Mini-Projekt in dem ich eine Umfrage erstellt habe: Wer wird Kanzler/in 2021? Die Aufgaben wurden Schritt für Schritt immer komplexer und dann haben wir im Anschluss zusammen Lösungswege besprochen. Es war gut spielerisch zu lernen und Dinge auszuprobieren. Magento war für mich ganz neu. Ich konnte damit kreativ werden, lernen auch mal anders zu denken. Allgemein war vieles am Anfang für mich neu aber das Team hat mich wirklich mit offenen Armen empfangen, war immer hilfsbereit. Ich wurde sehr schnell akzeptiert und man merkt hier gleich: `Die kennen sich aus: Die wissen was ein PAO [Prüfungsantrag bei der IHK] ist und was das gemacht wird. Das ist sehr wichtig, damit man auch Zeit bekommt diese Dinge fertig zu machen. Mir war auch wichtig, dass keine langweilige Routine kommt, weil man so vielseitige Projekte hat.

Welche Tätigkeiten magst du am liebsten?

„Doku ist echt schwer. Dinge richtig zu beschreiben ist nicht nur für Muttersprachler schwierig. Ich mag Programmieren. Wenn es klappt, wie man es sich gedacht hat, dann ist es das beste Gefühl der Welt. Tja… und wenn es nicht klappt, dann heißt es durchatmen, nachdenken, Kaffee trinken und wieder weitermachen.“

Wie ist Bernhard als Ausbilder?

„Es ist beeindruckend, wie gut er erklären kann. Fachlich sind viele gut aber nicht jeder kann gut erklären. Er hat Geduld und er will wirklich, dass man es richtig versteht. Er gibt nicht einfach eine Lösung und man sitzt da und weiß nicht, wie er da hingekommen ist. Er nimmt sich Zeit, den Weg zu zeigen. Er sagt sehr direkt, wenn etwas logisch oder unlogisch ist, gibt aber auch immer eine Begründung. Er hat mir gezeigt, dass alles abhängig von mir ist- Fehler die auftreten genauso wie Lösungen, die ich gebaut habe, die dann funktionieren.“

Vielen lieben Dank an Hamid für dieses Interview.