Zwei der bekanntesten Plattformen im deutschsprachigen Raum verändern gerade, wie Menschen einkaufen und kommunizieren – und beide setzen dabei auf dasselbe Prinzip. Lieferando lässt dich per Zuruf bestellen, Kleinanzeigen beantwortet Anfragen mit KI-Vorschlägen. Das ist kein Zusatzfeature, sondern ein Vorbote: KI wird zur zentralen Schnittstelle zwischen Marke und Kunde. Wir zeigen dir, was hinter den neuen Funktionen steckt und was das konkret für deinen Onlineshop bedeutet.
Lieferando: Bestellen per Zuruf
Lieferando hat einen KI-gestützten Sprachassistenten in seine App integriert. Über ein Stern-Symbol neben der Suchleiste bestellst du ab sofort per Sprachbefehl – ganz ohne dich durch Menüs zu klicken.
Das Besondere daran: Der Assistent versteht nicht nur konkrete Anfragen wie „Pizza Tonno in meiner Nähe”, sondern auch diffuse Wünsche wie „etwas Leichtes, aber keinen Salat, mindestens 4 Sterne”. Damit werden über 48.000 Lieferando-Partner in Deutschland auf natürliche Weise durchsuchbar. Optimiert ist die Funktion für Deutsch und Englisch, weitere Sprachen kommen dazu – und die Restaurants müssen dafür keinerlei technische Anpassungen vornehmen.
Mehr als Komfort: Inklusion und Upselling
Der Nutzen geht über reine Bequemlichkeit hinaus:
- Natürliche Konversation vereinfacht den Bestellprozess spürbar
- Bessere Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen
- Neue Zielgruppen werden erschlossen, die klassische App-Navigation als Hürde empfinden
- Dialogbasierte Empfehlungen eröffnen Potenzial für intelligentes Upselling
Der Sprachassistent ist Teil einer umfassenden KI-Strategie des Mutterkonzerns Just Eat Takeaway. Weitere Conversational-Commerce-Funktionen sind geplant, unter anderem Bestellungen über WhatsApp. Ein Rollout in weitere europäische Märkte soll noch im Laufe des Jahres folgen.
Kleinanzeigen: KI als Kommunikationsbeschleuniger
Parallel dazu erweitert Kleinanzeigen sein KI-Portfolio um zwei Funktionen, die vor allem gewerbliche Anbieter und Wohnungssuchende adressieren.
Pro-Antwortvorschlag für gewerbliche Anbieter. Die KI erstellt automatisch passende Antwortentwürfe auf Kundenanfragen – basierend auf Anzeigeninhalt, Nachrichtenverlauf und individuellen Anbietervorgaben. Standardisierte Rückfragen lassen sich so deutlich schneller beantworten. Die volle Kontrolle bleibt beim Nutzer: Vorschläge lassen sich anpassen oder verwerfen.
Immobilien-KI-Assistent. Wohnungssuchende bekommen automatisiert Antworten auf Fragen zu Ausstattung, Lage und Verkehrsanbindung. Das erleichtert die Einordnung der Angebote und entlastet gleichzeitig die Anbieterseite.
Zwischen Effizienz und Verantwortung
Seit dem Übergang von Ebay zu Adevinta setzt Kleinanzeigen verstärkt auf gewerbliche Kunden. Abomodelle und Sonderfunktionen sollen dabei helfen, die Basisfunktionen für Privatkunden kostenlos zu halten. Bereits 2025 wurde ein KI-Anzeigenassistent eingeführt.
Eine zentrale Herausforderung bleibt offen: Betrugsversuche auf der Plattform sind noch nicht ausreichend gelöst – zumal auch Betrüger auf KI-basierte Standardantworten zurückgreifen. Kleinanzeigen betont deshalb: Der Mensch bleibt im Mittelpunkt, die KI ist ein unterstützender Baustein.
Was das für den DACH-Markt bedeutet
Beide Beispiele markieren denselben Trend: E-Commerce-Player lösen sich von klassischen Kategorien und Listen. An ihre Stelle tritt ein KI-vermittelter Einkauf mit neuen Spielregeln. Für dich als Anbieter heißt das dreierlei:
- Sichtbarkeit wird zur Datenfrage. Ob dein Angebot empfohlen wird, hängt künftig davon ab, wie gut KI-Systeme es verstehen – nicht davon, wie aufwendig dein Frontend ist.
- Zweigleisige Entwicklung wird Pflicht. Klassische Nutzerführung und KI-gestützte Interaktion laufen parallel. Keins ersetzt das andere, und wer nur eine Seite bedient, verliert Reichweite.
- Technische Basis wird zum Wettbewerbsfaktor. Saubere Produktdaten, strukturierte Inhalte und transparente Datenschutzkonzepte entscheiden, wer in der KI-Welt sichtbar bleibt.
Genau an dieser Stelle arbeiten wir in unseren Magento-Projekten: Wie in unserem Beitrag zu maschinenlesbaren Shops beschrieben, ist valides strukturiertes Markup die Voraussetzung dafür, dass ein KI-System dein Sortiment überhaupt liest. Und für die Anbindung an externe Systeme setzen wir mit unserer Schnittstellen-Integration an, wenn dein Shop heute noch zu geschlossen ist.
Die Frage ist nicht mehr, ob KI zur Einkaufsschnittstelle wird. Die Frage ist, ob dein Angebot dann im Datensatz steht, den die KI liest.
– Erkenntnis aus unserer Beratungspraxis
Zwei Aufgaben, die zusammengehören
Wie beim Sprachassistenten und beim Antwortvorschlag hat auch dein Shop zwei Seiten, die zusammenspielen müssen – das ist der Kern von Generative Engine Optimization:
- Gefunden werden. KI-Crawler reinlassen, valides Markup liefern, offene APIs bereitstellen. Ohne diese technische Basis existiert dein Angebot für die KI nicht.
- Verstanden werden. Vollständige, korrekte und semantisch angereicherte Produktdaten in Echtzeit. Ein Sprachassistent kann nur empfehlen, was er eindeutig einordnen kann.
Wenn du wissen willst, wo dein Shop hier heute steht, ist unsere Onlineshop-Analyse der schnellste Einstieg.
Learnings
Das Wichtigste in vier Punkten:
Fazit: Jetzt konversationsfähig werden
Ob beim Essen bestellen oder bei der Wohnungssuche – KI-Assistenzfunktionen entwickeln sich vom Zusatzfeature zur zentralen Schnittstelle zwischen Marke und Kunde. Lieferando und Kleinanzeigen zeigen dieselbe Richtung: Kundenzufriedenheit entsteht künftig dort, wo Technik reibungslos, inklusiv und vertrauenswürdig funktioniert.
Als Magento- und Hyvä-Spezialisten prüfen wir, wie gut KI-Systeme dein Angebot heute schon verstehen – wir bauen valides Markup und saubere Produktdaten, verdrahten deine Schnittstellen und richten deinen Shop auf die zweigleisige Zukunft aus. Wenn du nicht abwarten willst, bis der KI-vermittelte Einkauf zum Standard wird, sondern jetzt die Pole-Position sichern möchtest: Lass uns sprechen.